Lucie Retail
Danseuse - Alpiniste

Crédit photos Laly Proust
Ich bin in einer einfachen Familie in der Vendée aufgewachsen, als jüngste von drei Schwestern. Schon als Kind suchte ich die Magie der Welt um mich herum – und war enttäuscht. Mit zunehmendem Alter entfernte ich mich von meinen inneren Impulsen, weil sie angeblich „nur Träume“ waren. Ich wuchs mit dem Bedürfnis auf, zu gefallen und meinen Platz zu finden. Ich verbog mich, weil ich glaubte, dass man das tun müsse, um angenommen zu werden, und weil es mir so erschien, als sei dies die Regel des Spiels, wenn ich die Erwachsenen um mich herum betrachtete.
Ich studierte Internationales Handelsmanagement, und schon bald führten mich meine beruflichen Erfahrungen auf Reisen rund um die Welt, vor allem nach Asien und Afrika. Dabei entdeckte ich meine Leidenschaft für den Menschen – für seine Größe ebenso wie für seine verschlungenen kleinen Seiten.
Zwischen 2005 und 2019 führte ich scheinbar ein Leben, in dem ich alles hatte, was ich brauchte: einen liebevollen Partner, drei gesunde Kinder, eine gute berufliche Position, jedes Jahr Urlaub, eine Katze, einen Hühnerstall und einen Goldfisch. Und trotzdem schrie es in mir.
2020 verließ ich meine Arbeit und meinen Partner und begegnete dem Menschen, der bis heute mein größter Lehrmeister sein sollte. Man nennt sie „narzisstisch-perverse Menschen“.
2023 erkrankte ich während einer Reise mit ihm nach Gabun an Malaria, einer besonders schweren Form der Krankheit. Nach drei Wochen im Koma wurde mir mitgeteilt, dass beide Füße und beide Hände amputiert werden mussten.
Was damals wie eine Katastrophe erschien, sollte schließlich zu dem Erwachen werden, auf das ich immer gewartet hatte.
Trembler et avancer : traverser l’impermanence
visible le 20 Novembre a partir de 10h (sur inscription)
La vie peut parfois nous retirer tout ce qui semblait nous définir : une relation, un métier, une identité, des repères, une certaine image de nous-mêmes.
Que reste-t-il lorsque l’ancienne forme de notre vie ne tient plus ?
À travers son histoire, Lucie nous parle de ces moments où tout semble s’effondrer — et de ce qui peut devenir possible lorsque nous cessons de lutter pour retrouver ce qui était.
Son parcours l’a conduite à une expérience radicale de l’impermanence : perdre une grande partie de son autonomie, de son identité et de l’image qu’elle avait d’elle-même, pour découvrir peu à peu une autre manière d’habiter sa vie. Elle parle de ce moment où le mental n’a plus de solution, où il faut « poser les armes », et où peut apparaître un autre espace intérieur.
Dans notre conversation, nous explorons ce mouvement de transformation : oser regarder ses peurs, laisser mourir certains conditionnements, accepter de ne pas savoir ce qui vient ensuite et avancer malgré le tremblement.
Car pour Lucie, ce qui disparaît ne laisse pas nécessairement un vide : « ce n’est pas quelque chose qui disparaît, c’est quelque chose qui se transforme. » Et peut-être est-ce justement là que commence une autre manière de vivre.
Kontakt
Kerstin Betzold
Fallbeispiel

Kerstin Betzold ist Klinische Kunsttherapeutin (M.A.), Lehrbeauftragte an der Sigmund Freud PrivatUniversität Berlin und Gründerin des atelier farbpARTikel in Berlin.
In ihrer Arbeit begleitet sie Menschen in Zeiten des Wandels und persönlicher Entwicklung. Im Mittelpunkt ihres Interesses steht die Frage, wie künstlerische Prozesse Veränderung sichtbar, verstehbar und gestaltbar machen können. Ein besonderer Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt in der Begleitung von Frauen rund um Schwangerschaft, Geburt und Elternschaft.
In Praxis und Lehre verbindet sie Kunsttherapie mit präventiven Inhalten, philosophischen Fragestellungen und wissenschaftlicher Reflexion. Sie versteht künstlerische Werke nicht als Endpunkt eines Prozesses, sondern als Resonanzräume, die Menschen immer wieder neu in Beziehung zu sich selbst und anderen bringen können. Dabei interessiert sie sich weniger für eindeutige Antworten als für die Fragen, die künstlerische Prozesse über die Zeit hinweg immer wieder neu aufwerfen.
Impermanenz – Bilder in Bewegung - visible le 20 Novembre a partir de 10h (sur inscription)
Was geschieht mit einem Werk, wenn die kunsttherapeutische Begleitung längst beendet ist? Bleibt seine Bedeutung bestehen – oder verändert sie sich mit jeder neuen Begegnung? (Wann) endet ein kunsttherapeutischer Prozess überhaupt?
Ausgangspunkt dieses filmischen Beitrags ist die erneute Begegnung mit einer ehemaligen Klientin längere Zeit nach einem tiefgreifenden Verlust und der anschließenden kunsttherapeutischen Begleitung während ihrer Folgeschwangerschaft. Gemeinsam kehren wir zu den damals entstandenen Werken zurück – nicht, um den vergangenen Prozess zu rekonstruieren, sondern um ihn aus heutiger Perspektive erneut zu betrachten und weiterzudenken. Die Bilder dienen dabei als Ausgangspunkt des Gesprächs. Mit jeder weiteren Begegnung – sei es durch veränderte Lebensumstände, Beziehungsdynamiken oder neue Fragestellungen – verändert sich nicht das Werk selbst, sondern die Beziehung zu ihm. Deutungen lösen sich dadurch von der Vorstellung eines festen Zustands und zeigen sich als fluide Prozesse, die sich im Wechselspiel innerer und äußerer Bedingungen fortwährend weiterentwickeln. Die Entscheidung für die filmische Form ist dabei mehr als eine gestalterische Wahl. Während ein Bild einen Moment konserviert, begleitet der Film auf einem Erkenntnisweg. Zeit wird dadurch nicht als bloße chronologische Einheit verstanden, sondern als Erkenntnisraum und Richtungswechsel. Vergangenes wird erinnert, Gegenwärtiges neu betrachtet und Zukünftiges angedacht.
Der Beitrag versteht sich daher nicht ausschliesslich als Dokumentation eines abgeschlossenen therapeutischen Prozesses, sondern als Einladung, Bilder – unabhängig davon, ob sie im kunsttherapeutischen Prozess entstanden sind oder rezeptiv betrachtet werden – immer wieder als Resonanzräume persönlicher Entwicklung aufzugreifen und neu zu begreifen. Die Kunsttherapie übernimmt dabei die Rolle einer Impulsgeberin. Sie eröffnet Resonanzräume, deren Wirkung sich im Idealfall nicht auf die Dauer der therapeutischen Begleitung beschränkt. Vielleicht endet ein kunsttherapeutischer Prozess nicht mit der letzten Therapiestunde, sondern setzt sich überall dort fort, wo Menschen einem Werk erneut begegnen, sich mit ihm in Beziehung setzen und dadurch neue Bedeutungen für ihr eigenes Leben entstehen lassen.
Kontakt
https://kunsttherapie-farbpartikel.de/blog/
https://kunsttherapie-farbpartikel.de/
https://kunsttherapie-schwangerschaft.de/
Eva Gjaltema
Kunsttherapie

Eva Gjaltema ist niederländische Fotografin, bildende Künstlerin und Kunsttherapeutin mit Sitz in Berlin. Seit fast 20 Jahren arbeitet sie in der autobiografischen und biografischen Fotografie und beschäftigt sich dabei mit Familie, Beziehungen, psychologischer Entwicklung und Lebensphasen. Ihre Arbeiten wurden international unter anderem bei den Rencontres d'Arles, im Gemeentemuseum Den Haag und im Frauenmuseum Wiesbaden gezeigt und mit verschiedene Nominierungen und Stipendien ausgezeichnet. Nach einer 4 jährige Ausbildung zur Kunsttherapeutin (IKUSA, mit klinischem Praktikum an der Tagesklinik Pacelliallee in Berlin) verbindet sie heute ihre langjährige künstlerische Praxis mit kunsttherapeutischer Arbeit. Sie unterrichtet autobiografisches und konzeptuelles Fotografieren am C/O Berlin und an der VHS Steglitz-Zehlendorf und leitet gemeinsam mit Mirjana Vrbaski seit 2025 das Art & Authenticity Retreat, ein jährliches Fotografie-Retreat für Frauen in der Toskana.
LIVE Workshop — Freitag, den 20. November LIVE um 10:30 Uhr
Dauer - ca. 1 Stunde 30 Minuten (sur inscription)
In diesem Workshop erkunden wir Transformation und Metamorphosis durch die Praxis der Fotocollage – als Medium der Selbsterfahrung und des inneren Wandels. Ausgangsfrage ist: Wie können wir mit Veränderungen in unserem Leben umgehen, und wie finden wir innerlich neue Wege, wenn es sich anfühlt, als gäbe es keine Lösung? Collage verstehen wir dabei als die Kunst des Zusammenfügens von Verschiedenem zu etwas Neuem – mit Mut zum Experiment, Offenheit für den Zufall und einer neugierigen, körperlichen Begegnung mit dem Material. Nach einem kurzen Einblick in Eva Gjaltemas künstlerische Praxis beginnen wir mit einem Körperscan, um uns aus dem Kopf ins Spüren zu bringen. Dann folgen eine Materialphase (Sortieren, Entdecken, Auswählen), eine freie Collagephase (Experimentieren, Schichten, Fügen) und abschließend eine gemeinsame Reflexionsrunde. Alle Emotionen, die während des Prozesses auftauchen, sind willkommen – die Collage ist kein Werk, das bewertet wird, sondern ein Spiegel eines Moments der Verwandlung.
Bitte bereite folgendes Material vor: Papier als Untergrund (A3/A4), Schere, Kleber, Fotos aus Zeitschriften oder dem eigenen Archiv (ausgedruckt). Optional: Naturmaterialien, Textil, kleine Fundstücke oder Erinnerungsobjekte.
BONUS - PDF mit eine Übung zu Fotografie
Kontakt
www.evagjaltema.org
https://www.mirjanavrbaski.com/art-authenticity-photography-retreat Instagram: evagjaltemartist, evarttherapyberlin, artauthenticityretreat